Alles neu, macht der Mai?

Natürlich nicht. Aber immerhin hat der Betreiber dieser Webseiten einiges neu gemacht. Wer es noch nicht bemerkt hat: Seit Monaten sind der Großteil seiner “Ansichten, Einsichten und Entdeckungen” nicht mehr auf dieser Webseite erschienen, sondern unter einer neuen Adresse:

Michels Universum heißt sie, und dorthin sind auch die meisten Artikel umgezogen, die bisher auf diesem Blog zu finden waren. Mit diesem Umzug wird nunmehr vieles an einem Ort verfügbar, was bisher auf mehrere Webseiten verstreut war. Gleichzeitig soll eine bessere Struktur die Übersicht erleichtern. Was das Ganze soll, und was Ihr auf den neuen Seiten erwarten dürft, erklärt Euch der Michel hier. Am besten, Ihr klickt ´rüber und aktualisiert Eure Bookmarks.

Zeitgleich mit dem Umzug findet auch eine Renovierung statt: Manch alter Artikel wird dabei entfernt, alle Links werden derzeit überprüft und gegebenenfalls korrigiert, verlorene Bilder neu gepostet. In der Übergangsphase bleibt alles, was bisher auf dem Blog stand, auch hier verfügbar. Mit dem Beginn des Sommers wird dann eine Umleitung gelegt, sodass alle Besucher automatisch auf der neuen Seite landen und die Verwirrung hoffentlich ein Ende hat.

Es dankt für Eurer Verständnis

Michael Simm alias “Der Michel”

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Kündigung für die Homöopathie

Gleich vorneweg möchte ich für diesen Beitrag Minderheitenschutz beantragen. Wir sind zwar nicht nur 1 Prozent sondern – wenn man den Umfragen glauben darf – immerhin fast ein Viertel der Bevölkerung. Die Mehrheit der Deutschen allerdings glaubt an die Wirksamkeit der Homöopathie fast ebenso treu wie an Horoskope, Wunder oder Engel.

Nun bin ich ja durchaus für Religionsfreiheit, nur möchte ich Aberglauben nicht mit meinen Krankenkassenbeiträgen finanziert sehen. Und da mich meist zum Jahresende der Wunsch überfällt, mal wieder so richtig aufzuräumen, habe ich heute der BKK Gesundheit folgenden Brief geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit kündige ich meine Mitgliedschaft bei Ihrer Krankenkasse zum nächstmöglichen Zeitpunkt und bitte um schriftliche Bestätigung.  Meine Mitgliedsnummer ist die xxxxxx.

Von weiteren Beratungsversuchen bitte ich abzusehen und möchte Ihnen zur Begründung mitteilen, dass ich:

1. Seinerzeit von der DAK zur BKK gewechselt bin, weil die DAK als eine der ersten Kassen angefangen hat, pseudowissenschaftlichen Humbug zu finanzieren für den es keinen Wirksamkeitsnachweis jenseits des Placeboeffektes gibt. Natürlich spreche ich von der Homöopathie.

2. Die BKK kurz nach meinem Eintritt begonnen hat, ebenfalls die Homöopathie aus meinen Beiträgen mitzufinanzieren (Durch die Fusion kommt jetzt wohl zusammen, was zusammen gehört).

3. Sie zwar Nordic Walkern ihre Stöckchen bezahlen und dies als Präventionsmaßnahme verkaufen, aber mir und meinem Team jegliche Unterstützung verweigert haben, obwohl wir als aktive Mountainbiker zumeist schon seit 15 Jahren aus Eigeninitiative Prävention betreiben.

3. Ich Zusatzbeiträge bezahlen musste, mit denen u.a. Mitgliederwerbung und ihr Kundenmagazin finanziert wurde, das zum überwiegenden Teil mit seichten Wellness-Geschichten gefüllt ist.

So. Jetzt ist mir wohler. Und zum Beweis, dass ich trotz meines nahenden Wiegenfestes noch kein verbitterter alter Nörgler bin hier noch ein Video, das womöglich sogar die Mehrheit der Andersdenken lustig finden wird:

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WordPress: Zu wenig Speicher bei 1und1

Da ich mittlerweile ein Dutzend eigene und fremde Websites betreibe, möchte ich heute das Problem des nicht ausreichenden Arbeitsspeichers unter WordPress ansprechen, von dem ich immer wieder ausgebremst werde. Alle Normalos könnne jetzt also abschalten und weiterklicken.

Wer aber so wie ich gerne mit WordPress arbeitet, der kostenlosen und meistgenutzten Software für Blogger, der wird sich vielleicht auch schon über eine zu langsame Performance geärgert haben. Oder man wollte das Update auf eine neue WordPress-Version vollziehen, oder das Bild in der Kopfzeile (den Banner) austauschen und bekam daraufhin eine Fehlermeldung mit dem Inhalt: “Fatal error: Out of memory (tried to allocate nnn bytes)…”

Also habe ich fleißig herumgegoogelt und allerlei Tipps gefunden, die in den vergangenen Jahren mal mehr und mal weniger gut geholfen haben. Funktioniert hat es manchmal, in einer Datei namens wp-config.php mit einem Editor schlicht einen größeren Speicherbedarf anzumelden. Dazu fügt man folgende Zeilen ein:

/**
* Erweiterung des Speichers
*/

define(‘WP_MEMORY_LIMIT’, ’64M’);

… und fertig ist die Gartenlaube. Manchmal jedenfalls. Offenbar gibt es aber viele Provider – darunter 1&1 – die diesen Trick nicht (mehr) erlauben. Arbeitsspeicher ist teuer, und wie mich ein freundlicher Herr beim Kundendienst von udmedia belehrte, ist die Größe des Speichers eine der wichtigsten Säulen für die Kalkulation. Dafür habe ich natürlich Verständnis.

Ärgerlich ist es aber, wenn die Provider dazu keine klaren Angaben machen, mit nur scheinbar günstigen Angeboten Kunden werben, und diese dann kalt lächelnd an die Wand laufen lassen, wenn eine eben noch prima funzende Webseite auf einmal stecken bleibt, weil der Provider neue Software aufgespielt hat.

So geschehen bei 1&1, wo ich seit vielen Jahren Kunde bin und wo man mir erklärte, ich solle halt ein größeres Paket buchen. Zum Beispiel von der “Homepage perfect” auf die “Dual Advanced” wechseln – und dafür statt 9,99 Euro nun 14,99 Euro / Monat zahlen. Was einer Preiserhöhung von 50 Prozent entspricht. Oder brauche ich vielleicht sogar ein Upgrade auf das Paket “Dual Unlimited”? Mit 29,99 Euro bin ich dabei – und zahle dafür dann drei Mal so viel wie jetzt!

Wenn die Homepage aber schon “perfect” ist und mich nicht zufrieden stellt, warum sollte ich dann erneut auf das Werbesprech herein fallen? “Advanced” klingt für mich jedenfalls weniger gut als “perfect”. Und wenn schon “perfect” nicht reicht, warum sollte es dann bei “unlimited” anders sein?

Nein meine Herren, auf solche Spielchen habe ich keine Lust. Und auch die 1000 E-Mail-Adressen, den online-Speicherplatz oder die maktschreierisch angebotene “kostenlose” Software dazu brauche ich nicht – zumal ich all dies bei Google & Co. besser haben kann.

Nebenbei bemerkt würde ich mir wünschen, dass das Verbraucherschutzminsterium sämtliche irreführende Werbung verbietet, bei der irgendwo das Wort “kostenlos” auftaucht. Wenn man de facto einen 2-Jahresvertrag abschließt und dafür unterm Strich hunderte von Euro bezahlen muss, ist dies das Gegenteil von kostenlos. Dass diese Unsitte inzwischen bei den meisten Mobilfunk- und Internetverträgen anzutreffen ist, ohne dass der Gesetzgeber dem einen Riegel vorschiebt, ist ein Armutszeugnis. Man vergleiche dies mit dem absurden Aufwand, den die gleichen Leute betreiben, um uns vor den angeblichen Risiken gentechnisch veränderter Kartoffeln zu schützen! Aber ich schweife ab…

Zurück zu 1&1: Ich fühle mich verschaukelt und werde umziehen. Die ersten Erfahrungen mit einer neuen Domain bei meinem neuen Provider udmedia sind gut. Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Anbieter, wie man z.B. hier nachlesen kann. Und wer sich die Mühe ersparen möchte, bei 1&1 heraus zu finden, wieviel Arbeitspeicher für seine WordPress-Installation bereit steht, für den hat der “Mountain Prophet” die Daten der verschiedenen Pakete hier zusammen gestellt. Ich werde in der Zwischenzeit den Umzug meiner Domains in die Wege leiten und hier bei Gelegenheit berichten, welche Hürden ich dabei überspringen muss.

Nachtrag, im April 2012: Gesagt, getan. Ich bin dann mal weg, habe den Umzug inzwischen erfolgreich bewältigt, und dabei viel Unterstützung von den freundlichen Menschen bei UD Media erhalten. Derart ermutigt habe ich auch mit der Neustruktierung meiner Webseiten begonnen, diesen Blog ebenfalls zu UD Media verlagert und setzte ihn nun fort mit weniger Stress unter dem Titel “Michels Universum“. Folgen Sie mir doch einfach dorthin, aktualisieren sie gegebenenfalls ihre Lesezeichen und lassen Sie sich überraschen, wie es weiter geht…

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Kindle & Co. – Lesen für Fortgeschrittene

Das Lesen ist mir eine Lust, das schleppen von Büchern jedoch eine Last. Die Regale in Wohn- und Arbeitszimmer sind längst vollgestopft und schon beim Gedanken an den nächsten Umzug tut mir der Rücken weh. Dabei entdecke ich zu allem Überfluss fast täglich neue Werke, die ich allzu gerne meiner Bibliothek hinzu fügen möchte.

Mein Kindle: Für das Keyboard habe ich einen Aufpreis von 20 Euro bezahlt

Eine Lösung für all diese Probleme verspricht eine neue Generation tragbarer elektronischer Lesegeräte, die sogenannten E-Reader.  Die schicken Täfelchen haben das Format eines Taschenbuchs, wiegen aber weniger, sind außerdem viel flacher und liegen entsprechend gut in der Hand. Diese Geräte können Bücher in elektronischer Form speichern und die Inhalte in sehr gut lesbarer Schrift darstellen.

Mit solch einem Teil hatte ich schon lange geliebäugelt, nicht zuletzt weil ich ein “early adopter” bin. Das sind die Typen, die auf die jeweils neuesten Geräte scharf sind – und naiv genug, auf die Versprechen der Werber hereinzufallen, obwohl deren Technik längst nicht ausgereift ist. Immerhin: Diesmal war ich vernünftig, habe der Versuchung über Jahre hinweg widerstanden und wurde erst schwach, nachdem die Preise gefallen waren und ernst zu nehmende Leute in ihren Testberichten die Nützlichkeit der Lesetafeln bescheinigt hatten.

14 verschiedene Anbieter gibt es Wikipedia zufolge derzeit in Deutschland, ein knappes Dutzend weitere im Ausland. Marktführer mit einem Anteil von fast 50 Prozent ist jedoch die Firma Amazon, die im Vorjahr annährend sechs Millionen E-Reader unter dem Namen “Kindle” verkauft hat. In Deutschland wird das neueste Modell (der Kindle 4) seit kurzem zum Kampfpreis von 99 Euro angeboten.

Es ist der erste Kindle mit einem deutschsprachigen Menü und er hat – wie alle Geräte dieser Serie – Wi-Fi mit eingebaut.  Damit kann man sich von daheim oder unterwegs aus dem Internet-Café drahtlos auf einer speziellen Webseite von Amazon einloggen, dem Kindle-Shop, wo der Besucher dann die Qual der Wahl hat zwischen derzeit 45000 deutschen Titeln, 800000 englischsprachigen Büchern, sowie einer wachsenden Zahl von Tageszeitungen und Magazinen. Das herunterladen dauert ca. eine Minute pro Buch und die Preise für dieses E-Books und -Magazine sind in aller Regel deutlich geringer als für die entsprechenden gedruckten Ausgaben. Mal spart man auf diese Weise 10 Prozent, bei vielen Werken aber auch zwei Drittel des Geldes, das man für ein “echtes” Buch hinblättern müsste.

Besonders gut bestückt ist der Kindle-Shop natürlich mit Bestsellern und Neuausgaben. Wer nach nicht mehr ganz aktuellen Büchern sucht, wird hingegen öfter enttäuscht werden. Als “Trostpflaster” gibt es eine beträchtliche Anzahl kostenloser Klassiker, von Wilhelm Buschs “Max und Moritz” über diverse Ausgaben von Karl May und Lewis Carolls “Alice im Wunderland” bis hin zu Fjodr Dostojewskis “Schuld und Sühne”. Und auch jenseits von Amazon und dessen Kindle können – beispielsweise durch das Projekt Gutenberg – aktuell rund 140000 Bücher in elektronischer Form kostenlos herunter geladen und auf verschiedenen Geräten wie Desktop-PCs, Tabletts (z.B. dem iPad) und sogar Smartphones gelesen werden.

Mein Kindle im Praxistest

Wer neugierig geworden ist und sich nun gerne im nächsten Laden einen Kindle anschauen möchte, wird womöglich verärgert feststellen, dass dies schlichtweg unmöglich ist: Diese Geräte kann man nur über die Amazon-Webseite bestellen. Bei Nichtgefallen kann man sein Produkt zwar zurück geben, ein vorheriges Austesten aber ist nicht möglich. Für alle, die nicht gerne die Katze im Sack kaufen, habe ich deshalb hier meine bisherigen Erfahrungen mit dem Kindle aufgeschrieben, auf dem ich derzeit mein zweites Buch lese.

Drei verschiedene Modelle stehen im deutschen Kindle-Shop zur Auswahl, neben dem bereits erwähnten Kindle 4 mit deutschsprachiger Menüführung (der exakte Name lautet: Kindle eReader, Wi-Fi, 15 cm (6 Zoll) E Ink Display, deutsches Menü) gibt es noch zwei weitere Typen, die beide mit einer Tastatur ausgestattet sind, womit man den elektronischen Büchern eigene Anmerkungen hinzu fügen kann. Ich fand diese Funktion wichtig genug, um für den Kindle Keyboard, eReader, Wi-Fi, 15 cm (6 Zoll) E Ink Display 20 Euro zusätzlich zu zahlen und mich mit dessen englischsprachiger Menüführung abzufinden.

Das dritte Modell, der Kindle Keyboard 3G kostet bereits 159 Euro, dafür kann man aber weltweit ohne zusätzliche Kosten über das 3G-Handynetz online gehen, um sich im Kindle-Shop Nachschub für seine Bibliothek herunter zu laden. Wer jemals im Ausland bei regnerischen Wetter seine Urlaubslektüre zu schnell erschöpft hat, und sich dann angesichts der schmalen Auswahl deutschsprachiger Titel am Bahnhofskiosk nach der gut sortierten heimischen Buchhandlung gesehnt hat, wird dieses Angebot zu schätzen wissen. Die Frage, ob bzw. wann man den in den USA bereits erhältlichen Kindle “Fire” auch im deutschen Kindle-Shop bestellen kann, der mit seinem Farbdisplay und zahlreichen weiteren Neuerungen bei Amazon.com für 199 Dollar angeboten wird, habe ich an die hiesige Pressestelle gerichtet, allerdings bisher noch keine Antwort erhalten.

Auch ohne Farbdisplay bin ich jedoch von meinem Kindle Keyboard sehr angetan. Die Anzeige ist brilliant, sie spiegelt nicht und ist und auch in hellem Sonnenlicht sehr gut abzulesen. Die Speicherkapazität ist mit 4 Gigabyte und bis zu 3500 Büchern doppelt so groß wie beim Kindle 4, doch werden selbst die größten Leseratten diesen Platz kaum füllen können. Der minimale Stromverbrauch des Kindle wird die Nutzer von Smartphones oder Laptops wohl ebenso begeistern wie mich: 30 Stunden mit einer Ladung des Akkus sind ´drin – das entspricht einem ganzen Monat bei täglich einer Stunde Lesevergnügen (bei abgeschaltetem Wi-Fi).

Was mir außerdem gut gefallen hat, ist das integrierte Wörterbuch, das auf Wunsch unbekannte Begriffe im Text erklärt. Auch Übersetzungshilfen können auf diese Art bequem zugeschaltet werden, nachdem man ein entsprechendes eBook für kleines Geld herunter geladen hat. Im Gegensatz zu den Lesern “altmodischer” gedruckter Bücher passiert es mir auch nicht mehr, dass ich diese aus Versehen zuklappe und anschließend lange suchen muss, wo es weiter geht. Statt dessen merkt sich mein Kindle beim Ausschalten einfach, wie weit ich gekommen bin, sodass ich meine Lektüre später ohne Verzögerung wieder fortsetzen kann. Zusätzlich können Lesemarken gesetzt und Textpassagen markiert werden, die dann übersichtlich aufgelistet über das Menü zugänglich sind.

Englischsprachige Texte kann mein Kindle mir sogar vorlesen und klingt dann ungefähr so, wie die freundliche Dame aus dem Navigationsgerät. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Audiobücher über den Kopfhörer-Ausgang anzuhören, was ich noch nicht erprobt habe. Dokumente im PDF-Format lassen sich (ebenso wie andere Datei-Typen) per USB-Kabel vom heimischen Rechner auf den Kindle überspielen. Der Käufer bekommt aber auch eine geschützte E-Mail-Adresse in der Form “MeinName@kindle.com”. Für diese E-Mail-Adresse kann man auf der Amazon-Webseite Bekannte, Kollegen oder Freunde freischalten (indem man deren E-Mail eingibt) und erhält dann von diesen Adressen zugesandte Dokumente direkt auf den eigenen Kindle überspielt, sobald man online geht.

Die Tastatur tut ihren Dienst mehr schlecht als recht: Sie hat keine Umlaute und ist z.B. dem virtuellen Keyboard auf meinem Handy (dem Nexus S von Google) klar unterlegen. Ich finde mich damit ab, weil ich die Notizfunktion auch für meine gelegentlichen Buchbesprechungen brauche. Aber ich hoffe sehr darauf, dass dieses Manko beim nächsten Kindle beseitigt wird.

Deutsche als Kunden 2. Klasse?

Kein Manko, sondern ausgesprochen ärgerlich ist die Benachteiligung deutscher Kunden gegenüber Käufern bei Amazon.com. Hierzulande ist nämlich nicht nur die Auswahl an Modellen kleiner. Man zahlt auch für baugleiche Geräte deutlich mehr als Amazon.com-Kunden, die sich ihr Gerät an eine us-amerikanische Adresse liefern lassen. Ich habe dies getan (um Geld zu sparen) und meinen Kindle auch registriert, wurde dabei jedoch auf den deutschen Kindle-Shop “umgebucht”. Vorher konnte ich zum Beispiel eine Textpassage markieren und an meinen Twitter- oder Facebook-Account weiterleiten, nun heißt es auf einmal, diese Funktion stehe für mich “leider nicht zur Verfügung”. Auch die Möglichkeit, den Kindle zur Not auch als Browser zu nutzen, wurde mir genommen.

Die jüngste Ungerechtigkeit: Meine amerikanischen Freunde, die bei Amazon eine “Prime”-Mitgliedschaft erworben haben, dürfen ein Mal im Monat unter tausenden begehrter Bestseller einen auswählen und kostenlos ausleihen. Als Prime-Mitglied bei Amazon.de zahle ich zwar 29 Euro im Jahr für eine beschleunigte Zustellung meiner Bücher, ausleihen darf ich mir dafür aber nichts. Das gefällt mir nicht. Als Zeichen des Protests (und weil ich in Zukunft wohl die meisten meiner Bücher als eBooks lesen werden) habe ich meine Amazon-Prime Mitgliedschaft soeben gekündigt. Dennoch ist mein Fazit insgesamt positiv: Den einen oder anderen Bildband werde ich mir sicher auch in Zukunft in gedruckter Form leisten, denn auf einem eReader kämen solche Werke sicher nicht ausreichend zur Geltung. Dort wo allein die Worte zählen aber werde ich den elektronischen Buchversionen den Vorzug geben und diese als eBooks auf meinen Kindle laden. Dies ist nicht nur praktisch und bequem, es schont auch meinen Geldbeutel, die Umwelt – und nicht zuletzt meinen Rücken beim nächsten Umzug.

Nachtrag 1: Der Ärger mit den zwei unterschiedlichen Läden für den Kindle setzt sich fort: Als ich die Kindl-Ausgabe des Buches “Sand” von Wolfgang Herrndorf bei Amazon.de bestellen will, erhalte ich die Meldung, “Bei Amazon.de sind keine Kindle-Titel für Ihr Land erhältlich. Kindle-Bücher finden Sie bei Amazon.com.”" Ich wechsele zu Amazon.com, wo ich auch prompt erkannt werde, doch den Titel “Sand” von Herrndorf suche ich dort vergeblich :-(

Nachtrag 2: Die Kollegen bei der ZEIT haben sich zwei weitere Geräte angeschaut, die rechtzeitig zu Weihnachstsgeschäft auf den Markt gekommen sind: den E-Reader 3.0, erhältlich durch die Verlagsgruppe Weltbild und den Buchhändler Hugendubel, sowie den Oyo II von Thalia. Im Vergleich zum Kindle schneiden die Konkurrenten jedoch eher schlecht ab. Mehr dazu…

Nachtrag 3: Mein Kollege Rolf-Andreas Zell nennt ebenfalls ein Kindle sein eigen und berichtet darüber auf seinem auch sonst empfehlenswerten Blog www.zell-on-air.

Weitere Infos zu eBooks und eReadern bei Twitter unter threebooks_de

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Günstig telefonieren mit Google Voice

Google will es ´mal wieder besser machen als die anderen und bietet seit kurzem nun auch in Deutschland seine Dienste an, um über das Internet zu telefonieren. Damit macht Google zunächst einmal dem etablierten Dienst Skype Konkurrenz, ders sich gerade von Microsoft hat aufkaufen lassen. Nicht für “Null Euro” die Minute (und 12 Cent im Kleingedruckten), sondern für 2,38 Cent ins deutsche Festnetz und für 9,52 Cent in die deutschen Mobilfunknetze lautet das Angebot von Google Voice. Damit nicht genug sind auch Gespräche in Nicht-EU-Länder zumindest auf den ersten Blick deutlich billiger. So telefoniert man mit den eben genannten Tarife ebenso gut in die Schweiz wie nach Schweden, nach Norwegen ist man mobil mit 13,09 Cent dabei, und in die USA oder Kanada sogar mit nur 1,19 Cent. Die krummen Beträge kommen übrigens durch die deutsche Umsatzsteuer von 19 Prozent zusammen, und hier geht es zur kompletten Preisübersicht.

Die Installation dauerte bei mir inklusive Download ca. 1 Minute, und das Programm klinkt sich nahtlos in meinen Google-Mail Account ein. Das ganze funktioniert natürlich gegen Vorauskasse, und wenn man den vorgeschlagenen Betrag von 10 Euro akzeptiert, wird man direkt zu Google Checkout weiter geleitet. Dort habe ich bereits ein Konto angelegt, sodass ich nach Auswahl meiner Kreditkarte, einem zusätzlichen Mausklick und ca. 20 Sekunden Wartezeit mein aktualisiertes Guthaben auf dem Bildschirm bestätigt bekomme.

Jetzt könnte es losgehen. Google verspricht die nahtlose Integration mit Mikrofon und Lautsprecher des PCs und tatsächlich funktioniert das gleich im ersten Anlauf. Die Gesprächsqualität ist prima, laut Speed-Test von Computerbild erreiche ich mit meiner Leitung per Vodafone-UMTS aber auch 6500 bzw 900 kb/s im Down- bzw. Upload.

Als nächstes habe ich dann versucht, die Google-Telefonie auch auf meinem Handy einzurichten. Bisher war ich erfolglos. Aber sobald ich den Dreh ´raus habe, melde ich mich wieder. Versprochen.

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